Riez Open Air 2010
Nachdem ich heute den ganzen Tag nur mehr oder weniger vor mich hin vegetiert habe, versuch ich jetzt doch mal in ein paar Sätzen zu erzählen, wie das Wochenende war. Nachdem wir Freitag 7 Stunden (inkl. eine Stunde Dinge besorgen in Münster und ca. zwei Stunden Stau) unterwegs waren, erreichten wir das beschauliche, rheinland-pfälzische Bausendorf. Wir hatten ja mit viel bzw. wenig (bezüglich der Größe, interne Schätzungen beliefen sich auf 1000 - 5000 Besucher) gerechnet, aber DAS hatten wir so nicht erwartet. Camping neben dem Auto, vielleicht 50 andere Zelte und viiel Platz. Und ganz Eifel-üblich: Regen. Nachdem alles aufgebaut und wir häuslich eingerichtet waren (und mehrfach die Frage beantwortet haben, wieso wir denn extra fürs Riez aus dem "Ausland" kämen, das wäre doch völlig verrückt), haben wir einen Blick aufs Gelände gewagt und uns hat der nächste (positive!) Schlag getroffen. Eine überdimensionierte Gartenparty. Und dann so ein LineUp, das kann doch nicht... Am ersten Abend gab es für uns dann Useless ID (sehr, sehr geil!), Callejon (ein etwas sehr enttäuschender Secret Headliner, aber das ist ja Geschmackssache) und die großartigen This Is A Standoff, die wir uns in sturzbachartigem Regen angeschaut haben um danach triefend und in der Hoffnung auf besseres Wetter am Samstag, weil wir sonst keine trockenen Klamotten mehr gehabt hätten, ins Zelt zu fallen.

Der Samstag versprach schon am Morgen Besserung. Kein Regen, Sonne und nach und nach auch ein paar mehr Besucher. Nach einer abenteuerlichen Tour durch die Weinberge auf der Suche nach einem Supermarkt (merke: ein gutgelauntes "Moin!" verunsichert den Rheinland-Pfälzer) und einem entspannten Tag beim Camping (und wieder tragfähigen Klamotten dank Sonne) begab es sich, dass wir etwas erleben durften, womit wohl keiner von uns jemals gerechnet hätte. Nach den wunderbaren P.O. Box aus Frankreich, Chuck Ragan äh Tim Vantol und unseren lieben Freunden von Not Available sahen wir No Use For A Name und Lagwagon vor verteilt maximal 800 - 1000 Leuten, vor der Bühne waren es vielleicht...400? Was für die Veranstalter vielleicht ein finanzielles Risiko sein wird/ist/war (wenn auch für Herz und Seele ein unbezahlbares Erlebnis) war für uns vor der Bühne einfach nur der totale Kracher. NUFAN haben mich zwar nicht so umgehauen (mal ganz abgesehen von der Technik hatten die Jungs um Tony Sly (insbesondere er selbst) wohl auch schon bessere Tage), dafür waren Lagwagon der ultimative Festivalabschluss mit einem Set, wovon man nur Träumen kann.
Danach hieß es für uns nur noch ein warmes Feuer suchen, was wir bei unseren tolle Zeltnachbarn fanden, um nicht zu erfrieren (fiese Eifel) und irgendwann glückseelig in den Schlafsack zu sinken.
Sonntag haben wir dann noch einen kleinen Abstecher nach Luxembourg-City gemacht (Fotos folgen), eine der schönsten und meiner liebsten Städte. Gegen 20Uhr hatte Münster uns wieder und so endet die Geschichte vom bisher schönsten Wochenende diesen Jahres. Ich hoffe sehr, dass es nicht das letzte Riez Open Air gewesen ist und wenn nicht, sind wir nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei. Visit: Riez Rockbar und Festival.
Deeply in love!